Aufbruch
Das Haus war voll von Stimmen.
Ich habe ihnen allen zugehört.
Ich habe sie in Kisten gelegt,
wie zarte Organe einer Erinnerung.
Ich habe den Staub gesammelt,
wie andere Schnee.
Ich habe die Dinge gehalten,
bis sie leicht wurden.
Jetzt stehen die Räume leer,
nicht mehr schmerzvoll, nur still,
bereit, ein anderes Leben zu tragen.
Die Trauer sitzt noch im Keller,
doch sie verspürt keinen Zorn mehr,
nur Müdigkeit.
Sie weiß,
dass sie bald ins Licht geht.
Keiner sieht,
woher ich komme.
Keiner sieht,
wie tief das Chaos lag.
Aber ich weiß es.
Und das genügt.
Das Haus hat seine Aufgabe erfüllt.
Ich habe meine erfüllt.
Jetzt darf Neues hinein.
Und ich darf gehen,
nicht aus Flucht,
sondern aus Freiheit.
Ich verlasse den Raum,
der mich geformt hat.
Ich habe getragen.
Jetzt löse ich mich.
Es ist vollbracht.
Und jetzt beginnt neues Leben.